Sonntag, 14. September 2008

Arbeitsalltag im Heim

Ein Heim voller chilenischer Mädels und mitten drin Tanja. Puh, nicht immer einfach meine Arbeit im "Hogar de Ninitas". Ich hatte eine Zeit, durch die ich mich ganz schoen durchkaempfen musste. Da kamen ganz viele Zweifel auf, ich wurde sehr in meiner Geduld erprobt, bin wirklich an persoenliche Grenzen gestossen, meine Motivationsfaehigkeit wurde aufs Äußerste strapaziert, es sind einige Traenen geflossen und es kamen sogar Gedanken auf, alles einfach hinzuschmeissen . Das Problem ist, dass ich mich hier, was die Arbeit angeht meistens sehr alleine fühle. Ich will ganz viel machen, hab einen Haufen an Ideen in meinem Kopf, nur ist die Umsetzung immer schwierig, wenn nicht manchmal unmoeglich, weil man es mir hier einfach nicht ermöglicht, meine Arbeit so zu machen, wie ich sie durchaus machen könnte. Ein bisschen abgehärtet bin ich zwar schon aus Perú, was das Nichtvorhandensein von Organisation, Struktur und Kommunikation angeht, aber ich merke, dass ich hier einfach auch an mich selbst einen höheren Anspruch hab, als nach dem Abi in Huánuco. Fuer jede kleine Information, die ich brauche, muss ich ewig und drei Tage (manchmal auch 3 wochen!!) hinter jemandem herlaufen und hab manchmal das Gefuehl ich komm und komm einfach nicht an mein Ziel, weil man gerade in dieser Arbeit einfach auf Zusammenarbeit angewiesen ist und ich wenig Unterstuetzung bekomme. Eine krasse Herausforderung, die ich ja aber auch wollte.
Wenigstens ist dann immer wer da, wenn ich geschafft von der Arbeit nach Hause komme. Und wenn ich dann mal einen Heulanfall hab, dann ist mindestens Isa da, nimmt mich in den Arm und kommt mit ihren Hippieideen: Komm, wir lassen den ganzen Laden da hochgehen!! REVOLUTION!:-)
Inzwischen hab ich mich aber wieder ein bisschen gefangen. Ich bin oft von mir selbst fasziniert, wie sich mein Frust doch immer wieder schnell in einen Tatendrang verwandelt. Ich hoffe, dass ich auch weiterhin so viel Kraft habe, denn die brauche ich wirklich für diese Zeit!

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